IT-Wartung: Was dazugehört, und was in der Praxis meistens fehlt
„Unsere IT wird gewartet“ heißt in den meisten Betrieben: Es kommt jemand, wenn etwas kaputt ist. Das ist Instandsetzung, nicht Wartung. Der Unterschied wird an dem Tag teuer, an dem beides zusammenfällt.
Wartung ist das, was verhindert, dass etwas kaputtgeht, oder zumindest dafür sorgt, dass man es vorher weiß. Sie besteht aus wenigen, langweiligen, regelmäßigen Handgriffen. Genau deshalb fällt sie als Erstes weg, wenn es eng wird.
Die Arbeiten, die wirklich dazugehören
Diese Liste nutzen wir selbst. Sie ist nach Takt sortiert, weil das der einzige Weg ist, auf dem so etwas durchgehalten wird.
Monatlich:
- Sicherheitsupdates für Betriebssysteme und die eingesetzten Anwendungen einspielen: getrennt nach Testgruppe und Rest, damit ein fehlerhaftes Update nicht alle trifft.
- Rücksicherung einer Stichprobe. Nicht prüfen, ob die Sicherung gelaufen ist, sondern ob sich daraus etwas zurückholen lässt.
- Festplattenbelegung, Speicherauslastung und Temperaturen durchsehen. Ein volllaufender Datenträger ist die häufigste vermeidbare Störung.
- Fehlermeldungen der Server- und Netzwerkprotokolle durchgehen. Hardware kündigt sich fast immer vorher an.
Vierteljährlich:
- Firmware von Firewall, Switches, Zugangspunkten und Servern prüfen und einplanen.
- Benutzerkonten abgleichen: Wer ist ausgeschieden, wer hat die Abteilung gewechselt, welche Berechtigung ist seit Monaten unbenutzt?
- Administratorzugänge durchsehen. Dienstkonten mit unbefristeten Kennwörtern sind der Normalfall und ein Risiko.
- Lizenzen und Abonnements abgleichen: bezahlte Plätze für Personen, die nicht mehr da sind, sind Geld ohne Gegenwert.
Jährlich:
- Eine Rücksicherung in vollem Umfang durchführen und die Dauer messen. Diese Zahl gehört ins Notfallhandbuch.
- Hardware-Altersliste führen: Was läuft über die Gewährleistung hinaus, wofür gibt es noch Ersatzteile?
- Herstellersupport-Enden für das kommende Jahr zusammenstellen.
- Dokumentation nachziehen: Netzplan, Zugänge, Abhängigkeiten.
Der Punkt, an dem Wartung von Betrieb kippt
Die vorletzte Zeile ist die unterschätzte: Support-Enden. Sie sind planbar, lange bekannt, und treffen trotzdem regelmäßig unvorbereitet.
Windows 10 erhält seit Oktober 2025 keine regulären Sicherheitsupdates mehr. Exchange Server 2016 und 2019 sind seit demselben Monat ohne Support. Windows Server 2016 folgt im Januar 2027. Wer solche Systeme betreibt, hat kein Wartungsthema mehr, sondern ein Projekt, und Projekte brauchen Vorlauf.
Das ist der Grund, warum wir die Altersliste führen: damit aus einem bekannten Datum kein Notfall wird.
Aus der Praxis: Bei einer Übernahme fanden wir einen Server, dessen RAID-Verbund seit vierzehn Monaten mit einer defekten Platte lief. Die Meldung ging an eine Mailadresse, die zu einem Mitarbeiter gehörte, der den Betrieb vor zwei Jahren verlassen hatte. Die Technik hatte funktioniert, der Weg der Meldung nicht.
Was remote läuft und was nicht
Der größte Teil dieser Liste braucht keinen Besuch. Updates, Protokollauswertung, Rücksicherungstests, Konten und Berechtigungen. Das alles läuft über Fernwartung, und zwar besser, weil es dann auch außerhalb der Arbeitszeit stattfinden kann.
Vor Ort nötig ist wenig, aber dieses Wenige lässt sich nicht ersetzen: Hardware tauschen, verkabeln, Geräte in Betrieb nehmen, Zugangspunkte ausrichten, und einmal im Jahr in den Serverraum schauen. Staub, Temperatur und blinkende Fehlerleuchten sieht man remote nicht.
Wir arbeiten entsprechend: Fernwartung zuerst, vor Ort im Umkreis in 30 bis 45 Minuten, wenn es Hände braucht.
Wartungsfenster: lieber unbequem als unangekündigt
Updates verlangen Neustarts, und Neustarts sind das, was Nutzer als Störung erleben. Deshalb gehört zu jeder Wartung ein festes Fenster: ein Abend oder ein Wochenendtermin im Monat, lange im Voraus bekannt.
Ohne Fenster passiert zuverlässig eines von zwei Dingen: Die Updates werden mitten am Tag eingespielt und erzeugen Ärger, oder sie werden immer weiter verschoben. Die zweite Variante ist die häufigere und die gefährlichere.
Wie wir das abbilden
Bei uns ist diese Liste kein Anhang zum Vertrag, sondern der Vertrag. Im Rahmen unserer Managed Services laufen Überwachung, Updates, Sicherungsprüfung und Dokumentation zum festen Monatspreis, mit vereinbarten Reaktionszeiten und einem festen Ansprechpartner.
Was dabei monatlich berichtet wird, ist bewusst knapp: was gemacht wurde, was auffiel, was ansteht. Einen Bericht, den niemand liest, kann man sich sparen.
Wenn Sie heute keinen Dienstleister haben oder wechseln möchten, beginnt das mit einer Bestandsaufnahme, auch wenn keine Dokumentation vorliegt. Wie das abläuft, steht auf der Seite zur IT-Übernahme. Was eine vollständige Betreuung umfasst, haben wir unter IT-Betreuung für Unternehmen beschrieben.
Drei Fragen, die den Stand zeigen
Wann wurde zuletzt eine Rücksicherung tatsächlich durchgeführt: nicht geplant, sondern durchgeführt? An welche Adresse gehen die Fehlermeldungen Ihrer Server, und liest die jemand? Und welches Ihrer Systeme verliert im kommenden Jahr den Herstellersupport?
Wenn eine dieser Fragen offen bleibt, ist das kein Vorwurf. Es ist der Normalfall. Es ist aber auch der Punkt, an dem wir ansetzen würden.
Markus J. Rehberg
Vorstand (CEO), für viele Kunden der erste persönliche Kontakt.
Wartung besprechen
Ein Gespräch über Ihren aktuellen Stand, unverbindlich und ohne Vorbereitung Ihrerseits. Oder zuerst der IT-Check in zwei Minuten.
Dieser Beitrag gibt den Stand vom Oktober 2026 wieder und dient der allgemeinen Information. Angaben zu Support-Enden von Herstellerprodukten können sich ändern, maßgeblich sind die Angaben des jeweiligen Herstellers.
